Berater der Stiftung


RECHTSBERATER

Mag. Dr. Andreas Nödl
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Rechtsanwalt und Restitutionsexperte. Mitglied des Schiedsgerichtes ic Maria Altmann u.a. (Gustav Klimt: "Porträt Adele Bloch-Bauer" und weitere) bzw. Müller Hofmann (Gustav Klimt: "Porträt Amalie Zuckerkandl")/Republik Österreich, Vergleich Erben nach Lea Bondi-Jaray (Egon Schiele: "Bildnis Wally"), Vergleiche Erben nach Jenny Steiner (Egon Schiele: "Häuser am Meer"; Gustav Klimt: "Wasserschlangen II").
Ausschussmitglied der Rechtsanwaltskammer Wien. Vorstandsmitglied in der Leopold Museum-Privatstiftung und bis 2013 in der Gesellschaft bildender Künstlerinnen und Künstler Österreichs Künstlerhaus.

PROVENIENZFORSCHUNG

Vor dem biografischen Hintergrund der Sammeltätigkeit von Gustav Ucicky ist Provenienzforschung an wesentlicher Stelle im Stiftungszweck verankert, um erstmals objektiv Licht auf die Erwerbungsgeschichte der Kunstwerke zu werfen. Zur Umsetzung dieses sensiblen Forschungsauftrages werden namhafte Fachexperten eingeladen: Unabhängige, weisungsfreie Provenienzforscher analysieren die Herkunftsgeschichte der in die Stiftung eingebrachten Kunstwerke und erstellen Dossiers, die einem unabhängigen Rechtsexperten-Gremium zur Beurteilung vorgelegt werden. Sollte das Gremium unter den Werken eine Belastung feststellen, also eine Entziehung zur Zeit des Nationalsozialismus vorliegen und eine Rückstellung unterblieben sein, so wird der Stiftungsvorstand eine „just and fair solution“ im Sinne der Washington Principles anstreben.

Die Historikerin Dr. Sonja Niederacher wurde mit der Provenienzforschung für das Klimt-Gemälde „Bildnis Gertrud Loew (Gertrud Felsövany)“, das sich ehemals im Besitz von Gertrud Felsövany befand, beauftragt. Parallel dazu beauftragte die Familie Felsövanyi Mag. Ruth Pleyer ebenfalls mit Recherchen zu diesem Bild. Die beiden Forscherinnen erarbeiteten in enger Kooperation ein gemeinsames Dossier und übermittelten dies im April 2014 an die Rechtsexperten. 

Der Beschluss des unabhängigen Rechtsexpertengremiums in der Causa Felsövany wurde im September 2014 veröffentlicht. Das Gutachten der gemeinsam mit den Erben nach Gertrud Felsövany eingesetzten Rechtsexperten kam zur Ansicht, dass das Bild zu restituieren wäre, fände das Restitutionsgesetz des Bundes seine Anwendung. Die näheren Umstände der Veräußerung ließen sich zwar nicht rekonstruieren, es sei aber anzunehmen, dass das Bild noch während der NS-Herrschaft von Gustav Ucicky erworben wurde. 

Im Herbst 2014 erzielte die Klimt-Foundation als private Einrichtung entsprechend ihrer Stiftungssatzung mit Familie Felsövanyi, freiwillig und ausgewogen, eine gerechte und faire Lösung im Sinne der Washington Principles vom 03.12.1998. In weiterer Folge wurde die Ausfuhr des Gemäldes beim Bundesdenkmalamt beantragt und diese am 29.05.2015 rechtskräftig genehmigt. Auf ausdrücklichen Wunsch beider Seiten wurde das Gemälde zwischenzeitlich von 17.12.2014 bis 19.04.2015 im MAK – Museum für angewandte Kunst in der Ausstellung „Wege der Moderne. Josef Hoffmann, Adolf Loos und die Folgen“ präsentiert und gelangt nun auf Wunsch der Erben, außerhalb Österreichs zur Versteigerung (24. Juni 2015, Sotheby’s London). Die fünf Klimt-Zeichnungen, zu denen die Provenienzforschung noch kein eindeutiges Ergebnis erbracht hat, werden der Familie Felsövanyi übereignet.


Provenienzforschung Causa Felsövany

Mag. Dr. Sonja Niederacher
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Historikerin. Provenienzforscherin im Auftrag der Kultursektion des Bundeskanzleramtes in der Leopold Museum-Privatstiftung. Expertin für Eigentumsgeschichte, arbeitete an zahlreichen Studien zum nationalsozialistischen Vermögensentzug und seiner historischen Aufarbeitung nach 1945. Ihre Publikationen umfassen u.a. Beiträge für die Historikerkommission der Republik Österreich, eine Studie über das Auktionshaus Dorotheum während des Nationalsozialismus sowie Untersuchungen über Entnazifizierung im politischen Bereich. 2012 erschien ihre Monografie zu den Vermögensverhältnissen jüdischer Unternehmerfamilien in Wien zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Böhlau Verlag (Eigentum und Geschlecht. Jüdische Unternehmerfamilien in Wien 1900-1960).

Rechtsexperten-Gremium Causa Felsövany

Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Clemens Jabloner
Präsident des Verwaltungsgerichtshofs (VwGH) i.R., Vorsitzender der 1998 bis 2003 beim Österreichischen Staatsarchiv eingerichteten Historikerkommission der Republik Österreich.

Univ.-Prof. Dr. Franz-Stefan Meissel
Universitätsprofessor am Institut für Römisches Recht und Antike Rechtsgeschichte der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien.

Univ.-Prof. Mag. Dr. Helmut Ofner, LL.M.
Universitätsprofessor am Institut für Europarecht, Internationales Recht und Rechtsvergleichung der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität  Wien. Institutsvorstand der Abteilung für Rechtsvergleichung.


WISSENSCHAFTLICHER BEIRAT

Ein wissenschaftlicher Beirat mit Vertreterinnen und Vertretern aus unterschiedlichen kulturhistorischen Tätigkeitsfeldern berät bei der Umsetzung von Forschungsprojekten
und der Vergabe von Forschungsstipendien.